Bilder aus dem Netz oder aktuelle Fotos: nicht nur eine Frage der Kosten

Noch nie waren Bilder aus Fotoarchiven so einfach und billig zu bekommen wie heute. Das Internet hat die Welt der Bildagenturen revolutioniert. Für ein paar Euro lässt sich heute das Recht zur Verwendung eines durchaus hochwertigen Fotos erwerben. Neben Vorreiter fotolia bieten inzwischen auch klassische Bildagenturen wie Corbis und gettyimages kostengünstige Alternativen zu den früher üblichen hochpreisigen Angeboten. Warum sich also noch die Mühe machen, eigene Fotos zu produzieren?

In der Tat spricht einiges für die Angebote aus dem Netz. Sie sind schnell verfügbar, meist von professioneller Qualität, die abgebildeten Personen sehen gut aus und auch die Details stimmen in der Regel. Es scheint ein Kinderspiel zu sein, damit zum Beispiel eine Imagebroschüre ansprechend zu bebildern. Im Handumdrehen entsteht ein Werk, das beim ersten Durchblättern zunächst einmal beeindruckt.

Doch bei näherem Hinsehen stellt sich die Frage: Hat diese Broschüre wirklich noch etwas mit Ihrem Unternehmen zu tun? Erkennen Ihre Kunden das Unternehmen und seinen Geist wieder oder sehen sie in erster Linie schöne, aber anonyme Menschen in einer schönen, aber ebenso anonymen Umgebung?

Ganz besonders gilt das in der internen Kommunikation. Sie soll die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen fördern. Es scheint eine Binsenweisheit zu sein, dass das am besten gelingt, wenn die Mitarbeiter sich selbst oder ihre Kollegen in diesen Medien wieder finden. Dennoch entstehen immer wieder Medien, die aus Bequemlichkeit oder vorgeblichen Kostengründen mit Stockfotos aus den Beständen der Bildagenturen illustriert werden.

Leider lässt sich die Wirkung von Medien nur mit ausgesprochen aufwendigen Methoden messen. Das Budget dafür ist in der Regel nicht vorhanden. Wo es für den Nutzen keine Messzahlen gibt, weigern sich Controller dann gerne, eine Kosten-Nutzen-Rechnung zu machen und sehen nur die Kosten. Hier lohnt es sich, ein Messinstrument einzusetzen, das zwar keine statistisch validen Daten liefert, aber ansonsten sehr bewährt ist: den gesunden Menschenverstand. Und der sagt einem sofort, dass der Imagegewinn bei vielen gelackten Hochglanzfotos aus dem Netz gleich Null ist. Da können dann die Kosten noch so gering sein, der Quotient aus Kosten und Nutzen geht gegen unendlich.

Es lohnt sich also auf jeden Fall, gründlich nachzudenken, bevor „Bilder ab 14 Cent” (Fotolia) den Weg in Ihre Unternehmensmedien finden.